Pocket PC Phone oder das "persönliche Taschenrechnertelefon"

Erstellt am 16.08.08 von Markus, keine Kommentare, Tags: Informatik,

Die Begrifflichkeiten in der Welt der mobilen Geräte scheinen etwas konfus. Jeder glaubt im ersten Moment zu wissen, was es mit einem Handy, einem Smartphone oder einem PDA auf sich hat. Bei einem Pocket-PC-Phone wird es schon schwieriger. Wo sind die Unterschiede? Da das Ganze nicht wirklich trivial ist, gibt es eine kurze Erklärung:

  • Organizer: Der Vollständigkeit halber seien auch diese elektronischen Terminplaner und Kontaktverwalter erwähnt. Sie sind nicht erweiterbar und spielen somit keine Rolle im Kontext der Softwareentwicklung für mobile Geräte.
  • Handy: Hierbei bedarf es wohl keiner Erklärung. Wenn man das korrekte Wort aus dem Englischen übersetzt, wird die Bedeutung dieses Pseudoanglizismus klarer: Ein Mobiltelefon halt... Die meisten lassen sich um eigene Java-Programme erweitern.
  • PDA: Dies ist ein sogenannter "Personal Digital Assistant" (auch Handheld genannt), also ein Minicomputer (mit Touchscreen und "richtigem" Betriebssystem) für die Hemdtasche, der sich um eigene Software erweitern lässt. Die bekanntesten Vertreter dürften die Palms (Palm OS) und Geräte mit Windows CE sein.
  • Smartphone: Dies ist eine Kombination aus Handy und PDA. Also ein Handy (immer noch mit Tasten statt Touchscreen!), das sich einfach um neue Software erweitern lässt, wobei das Telefonieren jedoch im Vordergrund steht. Es wird oftmals mit Windows Mobile Standard ausgeliefert. Erste Geräte mit Android sind in Planung.
  • PDA-Phone: Ein PDA mit Handyfunktion, jedoch ohne die typische Handy-"Tastatur", sondern stattdessen mit Touchscreen, wie z.B. das iPhone von Apple. Der Fokus liegt hier vor allem auf Internetanwendungen (z.B. Erreichbarkeit über E-Mail oder das Benutzen von Google Maps).
  • Pocket PC: Ein PDA mit Windows Mobile Classic.
  • Pocket PC Phone: Ein PDA-Phone mit Windows Mobile Professional.

Organizer sind fast völlig vom Markt verschwunden, da deren Funktionen in die Handies integriert worden sind. Einfache PDAs sind genauso selten geworden, da die mobile Erreichbarkeit heutzutage enorm wichtig geworden ist und niemand zwei Geräte mit sich umhertragen möchte. Somit handelt es sich bei den meisten mobilen Geräten folglich um eine Kombination aus Handy und PDA. Wenn Tasten vorhanden sind, ist es ein Smartphone, wenn es über einen Touchscreen bedient wird, nennt man es PDA Phone. Microsoft nennt diese Geräte dann Pocket-PC-Phone (PPCP), sie laufen also mit dem Betriebssystem Windows Mobile.

Ich hoffe, die Unterschiede sind klar geworden, auch wenn die Grenzen manchmal fließend sind.

Noch kurz ein paar Worte zur Programmierung: Besonders einfach gestaltet sich die Softwareentwicklung für die Pocket PCs, da hier das gewohnte Visual Studio mit dem .NET Compact Framework genutzt werden kann. Auch für Android (Java-basiert) wird ein kostenloses SDK angeboten. Apple bietet zwar ebenfalls ein kostenloses SDK (mit Emulator, Programmiersprache Objective C) an, um die Software dann jedoch auf das iPhone zu überspielen (geht nur über den AppStore), muss man aktuell jährlich 99$ ausgeben, wodurch dem Hobby-Programmierer die Türen zu einem sicherlich sehr interessanten Gerät verschlossen werden (jedenfalls wenn man es nur mal ausprobieren will). "Normale" Handies unterstützen meist die Ausführung von Java-ME-basierten (zum Teil auch SE) Programmen.

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