LaTeX

Erstellt am 28.05.07 von Markus, keine Kommentare, Tags: Informatik,

LaTeX ist eine Erweiterung des Textsatzsystems TeX. Dieses Programm ist vor allem in der Unix/Linux-Welt bekannt. Im Gegensatz zu WYSIWYG (What you see is what you get) - Editoren (MS Word, StarOffice, OpenOffice) sieht man nicht direkt die formatierte Ausgabe, sondern man gibt Befehle (ähnlich wie HTML) ein, welche die Formatierung des Textes bestimmen. Dieser "Quellcode" wird nun "kompiliert" und meist in ein pdf-Dokument umgewandelt. Dies scheint auf den ersten Blick recht umständlich, bringt aber jede Menge Vorteile. Verrutschte Absätze, mittendrin wechselnde Schriftarten oder nicht-funktionierende Nummerierungen gehören der Vergangenheit an. Außerdem sieht das Schriftbild einfach nur klasse aus. Gerade bei größeren Arbeiten spart dies jede Menge Nerven.

Trotzdem sei es nicht verschwiegen, dass es auch unter LaTeX lange dauern kann, bis man die richtige Einstellung herausgefunden hat. Meistens benutzt man eine Header-Datei in der alle Einstellungen (quasi wie Formatvorlagen) getätigt werden. Wenn dies geschehen ist läuft die eigentliche Schreibarbeit wie von selbst.

Windows-Nutzer

Um auch Windows-Nutzer in den Genuss dieses Systems kommen zu lassen, empfehle ich folgende Programme:

Dokumentaufbau

Zu Beginn erstellt man eine Header-Datei in der alle benutzen Packages und neuen Befehle definiert werden. Danach wird eine Projektdatei erstellt, die die Header-Datei und die einzelnen Kapitel-Dateien (jedes Kapitel sollte in einer eigenen tex-Datei stehen) einbindet:

\input{header}
\begin{document}
\include{titelseite}
\include{kapitel_1}
\include{kapitel_2}
\include{kapitel_n}
\end{document}

Die KOMA-Script-Klassen erweitern das LaTeX-System und eignen sich sehr gut für fast alle erdenklichen Arbeiten. Für Diplom- und Bachelor-/Masterarbeiten sollte "scrreprt" verwendet werden. Wichtig für die folgenden Zeilen: Kommentare werden durch das Prozentzeichen eingeleitet.
Die Header-Datei ist nach folgendem Schema aufgebaut:

\documentclass[pdftex,a4paper,oneside,bibtotoc,liststotoc]{scrreprt}
\usepackage{ngerman} %deutsche automatisch generierte Überschriften
\usepackage[latin1]{inputenc} %Umlaute
\usepackage[T1]{fontenc} %Umlaute
\usepackage{graphicx} %für Grafiken
\usepackage[german]{varioref} %für Referenzen (vref)
%...weitere Packages...
%neue Befehle:
\newcommand{\italic}[1]{{\itshape #1}}   %kursiv
\renewcommand{\figurename}{Bild}   %Bildunterschrift: statt 'Abbildung' 'Bild'

Eine Kapitel-Datei kann so aussehen:

\chapter{Überschrift A}
Das Wort \italic{Hallo} ist kursiv geschrieben.
\section{Überschrift Aa}
Weiterer Text und in Bild \vref{fig:apfel} sehen Sie einen Apfel.
\begin{figure}[h]
  \centering
  \includegraphics[width=10cm]{bilder/apfel}
  \caption{Ein Apfel}
  \label{fig:apfel}
\end{figure}
\section{Überschrift Ab}
Noch mehr Text.

Wie Sie sehen, muss beim Einbinden der Bilder keine Dateiendung angegeben werden (sofern Sie Standardformate wie jpg oder png verwenden). Mit \caption definieren Sie die Bildunterschrift und mit \label einen Verweis auf den per \vref Bezug genommen werden kann.

einige Tipps

  • Seitenzahlenformat ändern:\pagenumbering{Roman} bzw. \pagenumbering{arabic}
  • Verzeichnisse zum Inhaltsverzeichnis hinzufügen und nummerieren:\documentclass[pdftex, a4paper, oneside, bibtotoc, liststotoc, bibtotocnumbered, liststotocnumbered]{scrreprt}
  • Zwei Referenzen auf eine Fußnote (letzte Fußnote nochmal referenzieren):\newcommand{\lastfootnote}{\footnotemark[\value{footnote}]}
  • Bildunterschrift: statt 'Abbildung' 'Bild'\renewcommand{\figurename}{Bild}
  • leere Seite erzeugen:\thispagestyle{empty}
    \null\newpage

Hier noch ein paar Kommandos die sich einfach leichter merken lassen als das Original:

\newcommand{\lz}{\\[12pt]} %Leerzeile
\newcommand{\italic}[1]{{\itshape #1}}   %kursiv
\newcommand{\bold}[1]{{\bfseries #1}}   %fett
\newcommand{\qtxt}[1]{\texttt{#1}}   %Quelltextdarstellung im Fließtext

Präsentationen mit LaTeX Beamer

Die LaTeX-Beamer-Klasse ermöglicht es, ansprechende Präsentationen zu erstellen. Somit ist man nun auch nicht mehr auf PowerPoint angewiesen. Der Header sieht z.B. wie folgt aus:

\documentclass{beamer}
\usetheme{Darmstadt}   %ändert das Design, viele andere Vorlagen (z.B. Madrid)
\usepackage{ngerman}   %neue deutsche Rechtschreibung
\usepackage{bibgerm}
\usepackage{graphicx}
\usepackage[T1]{fontenc}   %Umlaute

Das Dokument wird nun mit \begin{document} begonnen und mit \end{document} beendet. Dazwischen können die einzelnen Folien (Frames) definiert werden. Dabei können mehrere Folien einem Abschnitt zugeordnet und wichtige Informationen durch einen Block hervorgehoben werden.

\section{Abschnitt 1}
\begin{frame}{Überschrift 1.1}
 \begin{block}{Teilüberschrift a}
   \begin{itemize}
     \item{Stichpunkt 1}
     \item{Stichpunkt 2}
     \item{Stichpunkt 3}
   \end{itemize}
 \end{block}
 \begin{block}{Teilüberschrift b}
   \begin{itemize}
     \item{Stichpunkt 1}
     \item{Stichpunkt 2}
     \item{Stichpunkt 3}
   \end{itemize}
 \end{block}
\end{frame}
\begin{frame}{Überschrift 1.2}
  \begin{center}
    \includegraphics[width=9cm]{bilder/bild1}
  \end{center}
\end{frame}

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