Kanada / USA
Wie versprochen, gibts hier mal ein paar aktuelle Eindrücke meiner Reise nach Vancouver zur ER-Konferenz und anschließend der Urlaubsreise durch die USA...
Vancouver (British Columbia, Canada)
31.10.2010
Nachdem der Online-CheckIn wegen "Problemen mit dem Ticket" nicht klappte (die sich am Schalter keiner erklären konnte), hab ich natürlich nur noch einen mäßigen Platz in der Mitte bekommen. Auf dem Weg nach Heathrow saß ich also neben einer überforderten englischen Mutter mit tretaktiven Kindern, die natürlich auch kein Interesse am Blick auf London hatten und dementsprechend die Rollos an den Fenstern geschlossen haben.
Anschließend hatte ich dann einen problemlosen Flug (auch wenn turbantragende Security-Beamte nicht unbedingt für Vertrauen sorgen) in einem zu engen Jumbo-Jet der British Airways, aber dafür einen netten Sitznachbarn aus England. Wie gesagt, Mittelreihe. Nachdem ich dann im toll gestalteten Flughafen (inkl. Wasserfall) in Vancouver angekommen bin, hat mich die Canada Line der Skytrain dann schnell nach Downtown gebracht, wo ich nach zwei Blocks Fußmarsch am Hotel war, das sich zwar als rustikal, aber im Vergleich zu London doch als relativ komfortabel herausstellte.
01.11.2010
Zum Frühstück gab es sage und schreibe einen ganzen Bagel (allerdings handaufgewärmt von einem sehr freundlichen alten Mann), aber mehr ist bei 105$+Steuer ja auch nicht zu erwarten. Immerhin gab es auch eine aktuelle Tageszeitung, in der ich mich darüber informieren konnte, dass die Sicherheitsstufe in Vancouver aktuell sehr hoch und die Polizei im Ausnahmezustand ist. Könnte damit zusammenhängen, dass in meiner Straße gestern 3 Leute angeschossen wurden.
Wer abends durch die Stadt geht, dem sei ans Herz gelegt, etwas Kleingeld in der Tasche zu haben, um diverse Meuten von Bettlern im Zaum zu halten und an der nächsten Ecke abbiegen zu können, ohne weiter verfolgt zu werden. Auch hier spricht die Erfahrung. Immerhin freut sich Masamba (Name geändert, A.d.R.) aus Afrika darüber, dass ich aus Deutschland bin und fragt auch besorgt nach dem Jetlag. So viel Freundlichkeit kostet natürlich.
Der erste Konferenztag war angenehm. Nach dem kurzen Weg durch den strömenden Regen, bin ich dann im luxoriösen Konferenzhotel (siehe Bild, linkes Gebäude) angekommen, hab Werbegeschenke kassiert, ein klasse Essen zu mir genommen, Peter Chen immerhin gesehen und ja, auch ein paar interessante Vorträge gehört. Andere fielen eher nicht in diese Kategorie, aber so ist das ja immer.
02.11.2010
Heute dachte ich mir dann mal im Konferenzhotel ein größeres Frühstück zu mir zu nehmen, aber mehr als ein Bagel ist es aus Zeitgründen auch nicht geworden - immerhin ein 5-Sterne-Bagel ;-) Beim Mittag hat mir dann ein Glückskeks bescheinigt, dass jetzt Home Entertaining genau das richtige wäre ("Home Entertaining ought to be extra successful now"). Mal sehen was die Chefin sagt, wenn ich den Vortrag nicht halte und stattdessen nach Hause fahre und Fernsehen gucke...
Kurz zusammengefasst, würde ich VanCOUver (man betont die zweite Silbe) als eine Hochhausstadt bezeichnen. Ich denke, das besondere sind nicht irgendwelche Sehenswürdigkeiten, sondern einfach die Natur in der Umgebung.
Heute Abend waren wir beim Italiener, nachdem es zum Mittag ein paar undefinierbare glibbrige chinesiche Sachen gab. Die Bedienung war super-freundlich und lustig. Solange man nicht nachts durch Downtown geht, sind die Leute echt sehr offen und freundlich. Ansonsten fällt auf, dass die Straßen relativ leer sind und auch die Bürgersteige recht früh hochgeklappt werden. Aussagekräftigere Bilder und Eindrücke gibts dann zum Wochenende, wenn ich mal tagsüber Zeit habe die Stadt zu erkunden. Für morgen Abend ist Dinner angesetzt. Ansonsten ein Tipp für alle Leute, die in eine signifikant andere Zeitzone reisen: Einen extra Wecker mitnehmen. Dann kann man das Handy nämlich nachts tonlos stellen :-P Eine andere interessante Sache sind hier zahlreiche dampfende Gullideckel. Ich vermute das hängt mit der Skytrain (der hiesigen U-Bahn... Ja, da hat jemand bei der Namensgebung nicht aufgepasst) zusammen. Viel interessanter zu beobachten sind dabei aber die dampfenden - mit Lüftungsschlitzen ausgestatteten - Blumenkübel, die wohl dem gleichen Zweck dienen...
03.11.2010
So, heute ist mein Vortrag: Die Nervosität steigt. Gerade da es in den letzten Tagen immer ein paar Leute mit grundsätzlich kritischen Fragen gab.
Puh, alles überstanden und auch interessiertes Feedback bekommen. Bin auch froh einen NLP-Kollegen aus den Niederlanden getroffen zu haben, der sich beim Conceptual Modeling auch etwas verloren vorkam... Jaja, für anwendungsorientierte NLP-Forscher ist es nicht immer leicht die richtige Konferenz zu finden, aber auf jeden Fall war die CM-Community interessiert. Und ohne Modeling sind (Software-)Projekte nicht möglich, also passt es ja auch letztendlich. Hier mal kurz ein Ausschnitt aus dem kleinsten Konferenzraum. Eine Neuerung dieses Jahr (darauf wurde extra hingewiesen) ist die Anordnung der Tische. Statt der typischen Vorlesungssituation sollte alles etwas freundlicher gestaltet werden, um die Kontaktaufnahme und Kommunikationsbereitschaft zu erhöhen und die Verwendung von Notebooks im Publikum zu erschweren. Naja... Wir nennen das Ganze "Wedding Conference" ;-)
Abends war dann Wine and Cheese Tasting und danach das Dinner. Ich war doch sehr erstaunt, als sich herausstellte, dass die Bedienung aus Opern-Sängern bestand. Echt gut gemacht! Mal sehen ob ich unseren, stets dokumentationsfreudigen, chinesischen und japanischen Kollegen das Video abschwatzen kann.
Ansonsten hab ich mich heut mal erkundigt warum hier alle mit einer roten Blume auf der Jacke rumrennen... Am 11. November ist Remembrance Day anlässlich des Endes des ersten Weltkrieges und im Commonwealth ist es üblich, durch Tragen einer Mohnblume ("Poppy") daran zu erinnern. Warum damit alle schon ne Woche vorher anfangen weiß ich allerdings auch nicht.
04.11.2010
Letzter Konferenztag vorbei - jetzt beginnt der Urlaub! Mittag haben wir heute beim Mongolen gegessen. Da morgen das Wetter schlecht werden soll, hab ich mir anschließend spontan Blasen im Stanley-Park (drittgrößter Park Nordamerikas und damit größer als der Central Park in New York) gelaufen. Echt herrlich dort. Vor allem jede Menge Tiere (u.a. Waschbären und schwarze Eichhörnchen) inmitten der bunten Herbstlandschaft.
Auf dem Rückweg gings dann vom Coal Harbour durch die Georgia Street, um anschließend in einem Sushi-Restaurant zu landen. Dort musste man übrigens alles, was man beim All-you-can-eat nicht aufgegessen hat, extra bezahlen. Wir haben aber natürlich aufgegessen...
So, ich glaub das sind für heute genug Bilder ;-) Ich hoffe das Wetter wird morgen besser als versprochen. Ansonsten noch zwei Anmerkungen aus der Kuriositätenkiste: Hier gibts Frauen, die ihr Kind mitten im Park stillen (auf einer Parkbank am Hauptwanderweg) und danach einfach noch mal ganz entspannt mit blanker Brust dort sitzen bleiben und nicht den Eindruck erwecken, daran etwas ändern zu wollen. Story Nr 2: Hier gibts Bettler, die nicht etwa "habe kein zu Hause" auf die Schilder schreiben, sondern stattdessen "smile if you're masturbating" - auch ne Art Aufmerksamkeit zu erregen.
05.11.2010
Wie versprochen gabs heute den Regentag. Also gings ins Vancouver Aquarium, das mehr zu bieten hat, als nur Fische: Tukane, Fische, Papageien, Fischotter, Fische, Belugas, Fische, Delphine, Frösche, Fische, Schlangen, Fische, Fische, Fische. Im Ernst: Das Aquarium ist wirklich sehenswert.
Anschließend haben wir uns noch schnell die Totems im Stanley Park angeguckt und der Gastown (der Altstadt sozusagen) einen Besuch abgestattet. Gastown (einziges "must see": die Steam Clock) und Downtown sind wirklich nicht empfehlenswert (üble Gegend). Daher hab ich auch anfangs von Vancouver eher einen schlechten Eindruck gehabt. Robson Street ist der Tipp zum Einkaufen. Zum Wohnen und Spazieren ist alles in Richtung Stanley Park empfehlenswert.
Hier noch ein Bild vom "Canada Place". Dabei handelt es sich um den kanadischen Pavillion der Weltausstellung. Und ein Bild vom Fairmont Hotel und der Innenstadt. Abends ging es dann noch Richtung Granville Island, um einen Blick auf die Stadt erhaschen zu können.
06.11.2010
So, das war Kanada. Sehenswert ist hier vor allem die Natur. Ich muss auf jeden Fall nochmal wieder kommen und einen Trip in die Berge machen. Vancouver ist ansonsten recht ruhig und nicht so gestresst. Wenn man die Gastown meidet, hat man auch keine Probleme mit den Leuten. Auf keinen Fall verpassen sollte man den Stanley Park. Die Skyline von Vancouver besteht aus lauter gleichgroßen Hochhäusern (die zum Teil auch sehenswert sind), was auf eine Höhenbegrenzung zurückzuführen ist, die jeder ausnutzt. Dadurch wirkt es etwas langweilig. Und nun gehts mit der vollautomatischen SkyTrain ohne Fahrer auf zum Flughafen.
San Francisco (California, USA)
06.11.2010
"Welcome to the United States" hieß es bereits in Vancouver. Hätte nicht gedacht, dass die Amis sich darauf einlassen, aber es gab nach der Landung keine einzige Kontrolle, da man offiziell schon auf dem Flughafen in Vancouver US-amerikanischen Boden betreten hat. Etwas merkwürdig war auch der Check-In. Online ging es mal wieder nicht und die Automaten wollten mir auch kein Ticket geben. Begründung: Ich müsse persönlich meine Rückflugtickets vorlegen. Die wollte dann letztendlich aber gar keiner sehen. Komisches System. Komischerweise gab es bei der Gepäckabgabe auch kein Laufband, sondern man musste die Koffer erstmal noch nen Kilometer weiter schleppen und dann einem Mitarbeiter in die Hand drücken. Auch das Boarding war merkwürdig. Ich hatte beim Check-In keine Boarding-Karte, sondern nur eine Boarding-Management-Karte bekommen, die dann kurz vorm Boarding gegen den Boardingpass eingetauscht wurde. Dazu wurden die Passagiere in Gruppen aufgerufen (was ich nicht wusste). Der Ansagemensch war Spanier und daher recht schlecht zu verstehen. Außerdem sprach er Chinesisch. Dachte ich jedenfalls.... Dabei hat er nur lauter chinesische Passagiernamen aufgerufen, und zwischendrin gab es auch einen Grunzlaut "Bör". Das war ich. Ist gar nicht so leicht das "Berg" in einer chinesisch klingenden Ansage (wer hört da schon hin) herauszufiltern. Naja, hat dann ja geklappt und ich habe einen Boarding-Pass mit der Gruppe 4 bekommen, die dann irgendwann auch zum Boarden aufgerufen wurde... Ergo: Man kann das Ganze auch kompliziert machen ;-)
In San Francisco angekommen, ging es dann mit BART (nein, nicht von den Simpsons), dem "Bay Area Rapid Transit" in die City. Lustigerweise wird die Anzeige der Zeit bis zur nächsten Bahn in Dezimalschreibweise angegeben. Wer macht sowas? Komischerweise begann die erste Nachkommastelle grundsätzlich mit 2, also z.B. 8,26 Min. Als Informatiker erkennt man da natürlich gleich das Pattern x,2y ;-) Das Ticket-Kaufen ist auch etwas merkwürdig. Hier löst man nicht einfach ein Ticket mit 2 Zonen, nein, man guckt in einer Liste nach wie teuer es von A nach B ist und gibt den Betrag dann anschließend an einem Automaten ein. Dabei startet man bei 20$ und kann sich über 4 Knöpfe je einen Dollar oder 5 Cent hoch- oder runterarbeiten. Wenn man den gewünschten Betrag hat, kann man das Ticket drucken. Komisch, aber hat geklappt. Nach der Zugfahrt hab ich den Fußmarsch zum Hotel doch sehr unterschätzt. Naja, auf dem Weg habe ich wieder jede Menge Penner gesehen. Im Gegensatz zu Vancouver führen die Penner in San Francisco jedoch ihren ganzen Hausstand im Einkaufswagen mit sich herum. Auch sind alle Gebäude im Erdgeschoss grundsätzlich vergittert. Ab und zu stehen auch dubiose Türsteher mit Hund hinter einem solchen Gitter. So, wie man es aus den amerikanischen Zuhälterfilmen kennt. Da ich das Codewort aber nicht kannte und bei Carlos eh nicht angemeldet war, hab ich gar nicht erst versucht Einlass zu erhalten, ich möchte meinen Urlaub ja noch weiter genießen können :-P Nach schätzungsweise 1,5 Stunden und 2 mal verlaufen (man hätte sich vielleicht eine Karte ausdrucken sollen) bin ich dann aber im Hotel angekommen und bin anschließend zum Fishermen's Wharf spaziert (vorher schnell bei Google Maps nach dem nächsten Burgerladen mit guten Kritiken gesucht).
Nachdem die Stadt stellenweise eh schon recht süßlich riecht, kamen mir die Leute im "In'n out" (dem Burgerladen) auch alle wie auf Drogen vor. Und die typischen schwarzen Hip-Hopper-Typen waren auch überall vertreten (die Kleidung in Deutschland ist ein Witz dagegen, hier sind die Klamotten nochmal locker "3-Nummern-größer-zu-groß"). Naja, also das Menü bestellt und ne Nummer bekommen, wird ja alles frisch zubereitet. Der Typ, der die Nummern dann aufgerufen hat, war auch sehr gut drauf... Geiler Job muss das sein, den ganzen Tag "Guest 62" etc zu rufen. Naja, total erledigt hab ich mich also an einen Tisch gesetzt und auch ad hoc Gesellschaft von einem Mädel bekommen, das aber plötzlich wieder weg musste, als sie erfahren hat, dass ich Informatiker bin :-D Einfach weggehen wäre ja zu einfach, also hat sie sich erstmal noch in den Raum gestellt und gerufen "This is my new friend from Germany. Talk to him!". Ich sag ja, hier sind alle irgendwie durchgeknallt. Aber auf jeden Fall sehr lustig und jede Menge Action. Hier werden die Bürgersteige abends jedenfalls nicht hochgeklappt.
07.11.2010
Heute wurde auch hier die Zeit auf Winterzeit umgestellt. Somit hinke ich jetzt 9 Stunden hinterher... Also ab zum Frühstück. Hier soll es Waffeln geben. Stimmt auch. Allerdings anders als erwartet. Es gibt einen Automaten, wo man sich den Teig in einen Becher abfüllen kann. Danach bedient jeder selbst das Waffeleisen. Da es der durchschnittliche Amerikaner nicht schafft, den Hebel am Automaten loszulassen, wenn der Becher voll ist, führt das zu einer schönen Sauerei. Auch über das Schild "Do not place eggs into the microwave" habe ich anfangs geschmunzelt. Anfangs. Innerhalb von 15 Minuten ist die Mikrowelle bzw. deren Inhalt 2 Mal explodiert. Ebenfalls ne heftige Sauerei.
Frühstück beendet. Alcatraz steht an. Strömender Regen. Da ich mir das Ticket schon vorher besorgt habe, half alles nichts. Und da ich das Tagesticket für den Nahverkehr erst am Hafen kriege und ich nicht einsehe vorher eine Einzelfahrt zu kaufen, musste ich also zu Fuß los und war folglich schon nach einem Zehntel des Weges völlig durch. Das ganze "leichte Schauer" zu nennen ist völlig untertrieben. Naja, ich dachte mir schon bei dem Wetter wird keiner nach Alcatraz fahren, vielleicht kann man das Ticket ja umtauschen. Weit gefehlt. Riesige Schlange, alles ausverkauft. Wie gut, dass ich das Ticket online gekauft habe. Also, trotz schlechtem Wetter einfach das beste draus machen. Hab ja Urlaub. Also nicht die Laune verderben lassen.
Auf Alcatraz angekommen, gab es einen Film und eine Audiotour (Führung durch das Gefängnis). Alles ganz interessant gemacht. Lohnt sich auf jeden Fall (trotz Regen). Fotos von San Francisco bzw. der Golden Gate Bridge waren aber nicht so erfolgreich: Einfach nur eine graue Suppe ohne erkennbaren Inhalt. Auf dem Rückweg wurde das Wetter dann etwas besser, es nieselte nur noch.
Also Pier 39 mit Shoppingmeile (so viel sinnloses Zeug hab ich noch nicht auf einem Haufen gesehen; aber sehenswert) und den Seelöwen angeguckt. Danach dann Cable Car gefahren (coole Sache!) und auch die historische Straßenbahn (Street Car) benutzt. In der Innenstadt hab ich dann schnell Fotos von der City Hall, Civic Center & Co gemacht. Der Zeitschlitz begann sich ja wieder zu schließen. Dank schlechtem Wetter gab es ca. 2h Helligkeit bis zum Sonnenuntergang. Abends hieß es dann wieder Cable Car fahren. Diesmal ging es nach China Town, wo ich dann auch was gegessen habe (laut Glückskeks soll ich mehr Obst und Gemüse essen).
Danch dann nochmal mit der Straßenbahn zum Hafen, wo Penner Nr. 376 erzählte, dass seine Mutter heute mit 110 Jahren in Massachusetts gestorben sei. Ich musste grinsen, das fand er nicht lustig, daraufhin hab ich gar nicht mehr reagiert und er dachte also ich würde kein Englisch verstehen und schlussfolgerte konsequent, dass ich Italiener bin und doch verschwinden soll, wenn ich die Sprache nicht beherrsche :-D
Fazit für heute: San Francisco ist ne coole Stadt, aber nichts zum Leben. Dafür sind mir hier einfach zu viele Penner (so viele ihren Hausstand durch die Gegend schleppende Leute hab ich noch nicht gesehen, Amerika - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten). Also viel Action, immer was los, viel zu gucken, wahnsinns Straßen (die Steigung ist echt nicht normal) und einen tollen Blick über die Bucht.
08.11.2010
Heute war ein absolut genialer Tag! Die Sonne hat geschienen und ich hab die schönen Ecken von San Francisco kennen gelernt. Jetzt bin ich auch ein San Francisco Fan ;-) Erste Erkenntnis der Amerika-Reise: Schließe niemals von Downtown auf die Stadt. In Deutschland ist das Zentrum immer der attraktivste Teil einer Stadt. In Amerika ist das der Stadtteil wo der Abschaum sich herumtreibt. Je weiter man von der Innenstadt wegkommt, desto schöner wird es. Das einzig Sehenswerte in Downtown ist das Rathaus, aber kommen wir nun zum besten Teil.
Hab mir heute die Golden Gate Bridge angeschaut, gefühlte 2 Millionen Fotos von ihr gemacht und sie hin und zurück zu Fuß überquert. Schon ein tolles Bauwerk. Und da heißt es Brücken zerstören die Landschaft.
Danach bin ich dann zum Golden Gate Park gefahren (der Bus dorthin kam zuerst): Ein absolut schöner Park mit vielen Eichhörnchen, Schildkröten, Enten etc. Leider ist er etwas zu sehr ausgebaut, daher fand ich den Stanley-Park in Vancouver eine Spur idyllischer. Aber beide Parks spielen ganz weit oben mit. Echt beeindruckend.
Anschließend gings dann zur "Marina", von wo aus ich die Golden Gate Bridge noch einmal fotografieren wollte. Da die Bushaltestelle etwas weiter weg war, musste ich erst noch durch ein Wohngebiet. Was mich dort erwartet hat, hätte ich nicht für möglich gehalten. Aufeinmal war man in einer anderen Welt. Wunderschöne Häuser, ein hübscher Park und ein tolles, altes Bauwerk ("Palace of the Fine Arts"). Nach ein paar Minuten sprach mich dann auch ein alte Frau an (ich hatte gerade auf dem Stadtplan geguckt wo ich lang muss) mit der ich mich dann eine halbe Stunde unterhalten habe. Sie hat mich sofort als Deutschen erkannt (der Aussprache wegen) und mir von ihrer deutschen Tante und ihren Deutschlandurlauben erzählt. Sie war total begeistert. Von Frankreich allerdings nicht, da sind sie nach ein paar Kilometern wieder umgekehrt weil die Franzosen ihnen gegenüber so unfreundlich waren, da sie nur Englisch konnten. Neben Beziehungstipps (die Frauen seien meist Schuld wenn es zu einer Trennung kommt) und allerlei Smalltalk erzählte Sie mir, dass es ein paar Meter weiter einen weiteren Park gibt, der von George Lucas gebaut wurde, der ganz im Kleinen, ohne einen Hinweis in dieser wunderschönen Gegend seine Firmensitze unterhält. Nur die kleine (sehr gut versteckte) Yoda-Statue verrät, dass hier Großes gemacht wird. Aber jetzt gings endlich zur Marina, dem Segelhafen und Strand. Ein Traum! Was soll ich viel sagen, ich lasse die Fotos sprechen.
Danach noch Cable Car gefahren wie ein Weltmeister und die letzten Momente vor der morgigen Abreise genossen. Unterwegs wurde ich dann von einer Tiefschwarzen als Russe identifiziert (des Aussehens wegen angeblich), merkwürdig. Noch merkwürdiger: Sie forderte mich auf in meiner Heimatsprache "Hi, how are you" zu sagen. Sie erkannte sofort, dass es sich um Deutsch handelt und antwortete auch in Deutsch. Begründung: Sie hat eine deutsche Mutter. Der aufmerksame Leser stutzt jetzt, egal... Fazit: San Francisco ist ein Traum, nur Downtown sollte man meiden (wie in Vancouver übrigens auch). Den Abend ließ ich dann im In'n Out ausklingen. Nach so einem Tag hat man ja Hunger (ich hätte mal die zu Fuß zurückgelegten Meilen messen sollen).
09.11.2010
So, heute gings mit dem Auto, einem Grand Marquis (kommt auf dem Bild gar nicht so rüber, aber ist echt ein Riesen-Schlitten), nach Los Angeles, bzw. genauer gesagt nach Hollywood.
Aber bevor ich mich auf den Weg Richtung Süden gemacht habe, bin ich natürlich mit dem Auto die berühmte Lombard Street heruntergefahren. Anschließend gings in Richtung Palo Alto und San Jose, wo ich die Geburtsstätte des Silicon Valley besucht habe: einer unscheinbaren Garage, wo Hewlett-Packard "gegründet" wurde. Danach habe ich noch Apple (auf dem Gelände gibt es den einzigen Shop weltweit mit Apple-Merchandise Artikeln) und Intel (Museum & Fanshop) einen Besuch abgestattet, bevor es dann über die Interstate 5 Richtung Los Angeles ging.
Die Fahrt hat echt Spaß gemacht, geniale Landschaft. Auch wenn es etwas komisch war, dass die Ampeln hinter der Kreuzung stehen (eigentlich ganz angenehm, so kann man sie immer gut sehen) und man bei rot rechts abbiegen darf. Ok, die Vorfahrtsregelung ist ungewohnt: Kein rechts vor links, sondern wer zuerst an der Kreuzung ist, fährt zuerst. Auch die erlaubten 110km (70 Meilen) sind gewöhnungsbedürftig. Wir reden immerhin von einer 6-spurigen Interstate. Ansonsten ist meist bei 55 Meilen Schluss. In der Stadt sinds 25.
Das Tanken ist auch ein Erlebnis für sich: Man fährt an die Zapfsäule, zieht seine Kreditkarte durch den Automaten, muss eine gültige Postleitzahl eingeben (90321 hat geklappt), darf dann den Tankstutzen (es gibt nur einen) einführen und wählt anschließend die Benzinsorte. Blöd ist nur, wenn man so an der Zapfsäule steht, dass der Tankdeckel auf der falschen Seite ist. Der Schlauch lässt sich nämlich nicht herausziehen. Wann stellt man das fest? Richtig! Wenn man entdeckt hat, dass der Tankdeckel auf der anderen Seite ist und man den Schlauch rausziehen will. Also Vorgang abbrechen, wenden, und nochmal von vorn :-D Was auf der Autobahn auffällt, sind allerlei lustige Schilder, wie z.B. "Speed Enforcement by Aircraft" oder auch der dezente Hinweis, dass Müll aus dem Fenster schmeißen 1000$ kostet. Ab und zu wird auch drauf hingewiesen, dass man sich in einer "Double Fine Zone" befindet, dann wirds also doppelt so teuer. "Report drunk drivers. Call 911" hat mir auch gut gefallen. Darf man in den USA eigentlich beim Autofahren telefonieren? Aber es ist eh festzustellen, dass die Amis alles mit Regeln und Hinweisen vollpflastern. In Bus und Bahn steht sogar groß ein "Federal Law", dass man alte Leute sitzen lassen muss. Zuwiderhandlung kostet 346$ (ja, es ist ein krummer Betrag). Und da heißt es wir Deutschen sind Bürokraten.
Naja, ich bin jedenfalls gut in Burbank angekommen. Dort am Flughafen war meine Abgabestation. Und dass auch Amis versuchen zu betrügen hat sich am Ende gezeigt, als der Vermieter mein Auto, das ich mit leerem Tank übernommen habe, volltanken wollte - auf meine Kosten. Zum Glück hatte ich die Tankquittung aufbewahrt, aus der ja indirekt hervorgeht, dass der Tank bei Übergabe leer gewesen sein muss.
Burbank scheint übrigens Hamburgs Lübeck von L.A. zu sein. Der Flughafen hat um 20:00 dicht gemacht und ich konnte nichts zu Essen finden. Immerhin durfte ich auf Klo. Auf den letzten Zug des Tages um 21:12 musste ich dann auch noch ne ganze Stunde warten. An der Union Station in L.A. bin ich dann in die Metro nach Hollywood umgestiegen, hab also kurz den Bahnhof in L.A. und beim Aussteigen aus der Metro Hollywood Downtown gesehen. Die Hypothese von gestern hat sich bestätigt. Wenn es irgendwie geht: In amerikanischen Städten Downtown meiden. So, jetzt bin ich müde, es ist gleich um 1am und ich muss noch den Trip für morgen planen... Ein weiterer schöner Urlaubstag geht also zu Ende ;-) Gute Nacht!
Los Angeles (California)
10.11.2010
Die Nacht war kurz... Erstens weil sie zu kurz war und zweitens weil ich hier in einem typischen amerikanischen Motel übernachte. Und die Amis haben nur Pappwände. Wenn man dann schreiende Chinesen als Nachbarn hat, erschwert das das Einschlafen enorm. Wenn man dann auch noch Nachbarn hat, die um 3 Uhr morgens gewissen nächtlichen Aktivitäten nachgehen müssen, wacht man halt wieder auf... Und morgens war es saukalt. Es gibt hier keine Isolierung, aber auch keine Heizung... Tagsüber sind hier zwar locker 20°, nachts aber durchaus so um die 8°. Tagsüber T-Shirt, nachts Winterjacke...
Heute war also mein erster Tag in Hollywood. Also gleich mal die Straße runter in Richtung Walk of Fame gegangen. Nach einer halben Stunde war ich da (nächstes Mal nehm ich die U-Bahn) und ich war zunächst etwas erstaunt wie unspektakulär das Ganze ist. Aber je näher man Richtung "Zentrum" (Hollywood/Highland) kommt, desto besser wirds (der Walk of Fame beginnt quasi schon außerhalb).
Typisch amerikanisch halt. Glitzernde und blinkende Souvenirshops und "Madame Tussaud's" und "Ripley's Believe it or not" (die beiden gibts aber eh fast überall). Aber irgendwie hat das auch was, man darf nur nicht mit der Erwartung an die Sache rangehen, dass es hier (spektakuläre bzw. zentral gelegene und zu erkennende) Filmstudios gibt (ok, die Universal Studios - aber den 80$ teuren Besuch hab ich mir gespart). Es war jedenfalls damals eher Zufall, dass sich die Filmbranche hier niedergelassen hat. Ein Grund ist angeblich, dass es hier lange hell bleibt und man also lange produzieren kann. Und warum werden die Oskars verliehen wo sie verliehen werden? Weil Kodak ein Theater für die Oskarverleihung gebaut hat. Also auch recht pragmatisch. Sieht von außen auch nicht toll aus, aber ich hab eine Führung gemacht, bei der man aber nicht fotografieren durfte. Interessanterweise hatte ich dabei eine Privatführung, da ich in der Mittagspause gekommen bin und keine Reisegruppen da waren. VIP ;-) Von innen ist das Theater schon gigantisch, vor allem da die Bühne jedes Jahr komplett umgestaltet wird - nur für den einen Tag. Auch interessant: Der Oscar heißt eigentlich "Academy Award of Merit" und wird nur Oscar genannt, weil jemand meinte, dass der Glatzkopf seinem Onkel Oscar ähnlich sehen würde. Das hatte Walt Disney mitbekommen und sich dann bei einer Rede das erste Mal für den "Oscar" bedankt.
Anschließend bin ich dann nach Beverly Hills gefahren und hab mir den bekannten Rodeo Drive angeguckt, einer kleinen aber teuren Einkaufsstraße wo jede Menge teure Autos standen.
Dann wieder zurück nach Hollywood, wo ich (für mich nicht zu identifizierenden) Promis beim Lauf über den roten Teppich beobachtet habe. Momentan ist hier das AFI (American Film Institute) Filmfest und ich hab auch was von Freitickets gehört. Also durchgefragt und zig verschiedene Antworten bekommen, aber letztendlich gabs dann tatsächlich ein Ticket für einen Film in Grauman's Chinese Theatre. Wer schonmal auf einem Filmfestival war, weiß, dass da meist nur Mist kommt. So auch dieses Mal. "Film Sociale" hieß der Film, der auf Französisch war. Nach 10 Minuten wurde der Film angehalten mit dem Hinweis, dass der Untertitel fehlt... Einige sind gegangen, ich bin geblieben. Einige sind eingeschlafen (mein Nachbar hat geschnarcht), ich zwischendurch auch - geschlafen, nicht geschnarcht. Mit Konzentration hätte man dem Film vielleicht folgen können, aber a) war ich total müde und der Film ging erst um 22 Uhr los und b) gab es keine für mich erkennbare Story bzw. einen roten Faden. So hab ich ab und zu mal was von Hitler, Juden, troisième Reich und Luftwaffe gehört - ein sehr abgenutztes Thema (Dokus sind ja ok und wichtig, aber solche pseudo-sozialkritischen Sachen find ich daneben, aber ich hab den Film auch nicht verstanden) wie ich finde, gerade wenn es von Franzosen kommt. Also hat sich nicht gelohnt, aber hey, ich war im bekanntesten Kino Hollywoods. Danach mit der U-Bahn zum Motel, wo mir wieder aufgefallen ist, dass die Amis es mit Fahrplänen auch nicht so haben: Auf dem Display am Eingang stand 12:02am als Abfahrtszeit, an den Gleisen 12:20 und der Zug kam 12:10... Egal, wollte nur einen Vergleichswert liefern, warum Ausländern immer auffällt, dass in Deutschland alles so geplant ist.
Mein Fazit zu Hollywood: Muss man auf jeden Fall mal gesehn haben, aber ein Tag reicht völlig aus... Hollywood ist nur ein Hype, der sich allerdings in den Abendstunden in den wohlbekannten Glanz verwandelt. Nicht der Umgebung wegen, aber wegen der Promi-Besuche und den roten Teppichen. Wobei ich aber zugeben muss, dass ich mir das noch glamouröser vorgestellt habe. Die Kodak-Theatre-Besichtigung ist auch empfehlenswert. Und ein Gang über den Walk of Fame ist eh Pflicht. Der Stadtteil an sich ist (also als Wohngegend, abgesehen vom Hollywood Boulevard) auch ganz gemütlich mit netten Häuschen. Beverly Hills sieht nach viel Geld aus und Santa Monica, Venice Beach und das eigentliche L.A. guck ich mir morgen an.
11.11.2010
Mir fällt grad beim Schreiben des Datums auf, dass Karnevalsbeginn ist. Na dann mal Alaaf! Heute wollte ich nur kurz mal nach Santa Monica und Venice, um mich dann der Downtown L.A. widmen zu können. Zunächst aber hab ich Universal City einen Besuch abgestattet. Schon viel los dort, aber erstens wars mir zu teuer, zweitens hatte ich keine Zeit und drittens ist Vergnügungspark alleine eh doof.
Also ab in Metro und Bus, um eine dreiviertel Stunde später in Santa Monica anzukommen. Die 3rd Street ist eine sehr schöne Einkaufsstraße (mit Tieren aus Hecke), die komplett als Fußgängerzone ausgelegt ist, was man hier sonst eher selten sieht. Danach dann zum Strand spaziert (gigantisches Wetter, wir haben November!) und das Pier angeguckt. Dieses ist übrigens das offizielle Ende der Route 66.
Anschließend wollte ich mit dem Bus nach Venice fahren. Da ich aber die Bushaltestelle nicht gefunden habe, bin ich zu Fuß gegangen, was sich als Fehler herausstellte. Vertraue keinen Karten ohne Maßstab! Was die einem im Tourismusbüro gegeben haben war nicht so der Hit. Vor allem, da nur ungefähr jede 10. Straße eingezeichnet ist. Mist! Das hätte ich eigentlich wissen müssen, hab ja schon für die angeblich 2 Blöcke bis Hollywood Highland ne halbe Stunde gebraucht. Naja, mich hat Venice nicht so begeistert. Der Strand ist der gleiche wie in St. Monica, aber die Promenade ist mir zu sehr auf Billigtourismus ausgerichtet. Also so flohmarktmäßig. Also wenn man sich entscheiden muss: St. Monica unbedingt ansehen, Venice nur wenn wirklich Zeit ist. Oder wenn man Marihuana will. Das wird hier überall für medizinische Studien verteilt. Ja ne, is klar! Ne kleine Probe kriegt man kostenlos, wenn man dann Kunde ist, gehts bestimmt unter der Hand weiter... Naja, ich dachte mir aber das kanns doch nicht gewesen sein und habe also Ausschau nach den Kanälen gehalten. Denn Venice heißt ja nicht umsonst so, wie es heißt. Naja, dank meiner genialen Karte hab ich schätzungsweise 4 Stunden verloren... Ich wollte halt nicht aufgeben ;-) "Jetzt bin ich schon ne halbe Stunde gegangen, dass muss doch gleich kommen" Naja, das summiert sich dann mit der Zeit. Dazu kam noch, dass es plötzlich nur noch Busse der "Big Blue" gab und ich aber ne Tageskarte der "Metro" hatte (Bus & U-Bahn), bzw. es gab schon meine Busse, aber keine Haltestelle mehr. Genau diesen Stadtteil haben die irgendwie ausgespart bzw. ich hab die Haltestellen aufgrund des ungenauen Stadtplans nicht gefunden. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hab den gesamten Tag in St. Monica und Venice verbracht. Die Kanäle hab ich dann auch noch gefunden (in den USA ist die Beschilderung für Fußgänger oftmals seeeeehr schlecht, bzw. einfach gar nicht vorhanden), fand sie aber jetzt nicht so spektakulär. Hat einfach nicht das Flair (bzw. die Häuser) wie in Venedig. Aber auf dem Weg zu den Kanälen (bzw. eher dahinter, ich war nämlich schon lange vorbei, aber es gab ja kein Hinweisschild) hab ich noch eine sehr schöne Wohngegend am Fluß gefunden. Alles leicht italienisch angehaucht, auch die Straßen- und Städtenamen (Florenz ist z.B. auch vertreten). Echt hübsch!
Naja, auf dem Weg nach L.A. wars dann schon dunkel und die Penner sind wieder hervorgekommen, daher bin ich nur kurz zu den wichtigsten Punkten gegangen, habs dann aber abgebrochen, war mir zu unheimlich (in Downtown sind mit Einbruch der Dunkelheit NUR noch Penner zu finden: das war in Vancouver so, in San Francisco und auch in L.A.). Das Leben spielt sich dann in bestimmten Vergügungsstadtteilen (SF: Pier 39, Fisherman's Wharf; L.A.: Hollywood) ab, wo man sich auch sicher fühlt. Polizei sieht man hier übrigens so gut wie gar nicht. Ist mit Deutschland vergleichbar.
So, nun will ich aber noch (ja, ich weiß, das Thema nervt bestimmt schon) zwischen Pennern und Bettlern unterscheiden (wobei die Bettler bestimmt nachts zu Pennern werden, aber sei's drum). Bei den Bettlern waren nämlich einige Kreative dabei: So gab es einen, der sich auf dem Hollywood Blvd. zwischen zwei Töpfe mit Büschen gehockt und sein Gesicht mit ein paar Zweigen verdeckt hat. So war er nicht zu sehen. Wenn sich dann die (insbesondere weibliche) Zielgruppe näherte, sprang er auf, was die Leute doch ziemlich erschreckte, aber in lustiger Form. Für diese Dienstleistung wollte er dann bezahlt werden. Ein anderer hat nach "change" geangelt mit Hilfe eines Astes, einer Schnur und einem Cola-Becher. Eine Dame wollte heute wenigstens ein Lächeln haben, wenn ich schon kein Geld gebe. Lachen würde die Welt besser machen. Das hätte ich von einem Bettler nicht erwartet. Die meisten pöbeln einen ja nur an, stinken, sind betrunken oder völlig irre (was man hier zu Gesicht bekommt ist teilweise echt krank: So viele Leute, die in der Bahn Blödsinn rumschreien, ihre Lebensgeschichte erzählen, Selbstgespräche führen, laut zu ihrer Musik mitsingen, die aber nur sie hören können etc. hab ich noch nicht gesehen. Ok, in Deutschland sieht man auch mal einen, aber hier sinds extrem viele). Es ist natürlich immer schwer zu sagen, wie solche Einzelschicksale aussehen, aber wenn man hier einmal anfangen würde Geld zu geben, dann könnte man ohne Probleme sein Monatsgehalt loswerden, selbst wenn man jedem nur 1$ geben würde. So, damit ist das Pennerthema beendet. Ergo: Die Bettler tagsüber sind etwas nervig ("Do you have a quarter?", "Do you have change?"), aber tun keinem was. Downtown sollte man aber im Dunklen meiden (also ab 17/18 Uhr momentan).
Was sonst noch auffällt ist, dass hier alles zweisprachig ist (Englisch, Spanisch). In San Francisco waren nur einige wenige Hinweise mal auf Spanisch oder auch Chinesisch, aber in L.A. ist echt ALLES ins Spanische übersetzt.
Also, heute hab ich also schönen Strand, schöne Einkaufsstraßen und eine wunderschöne Wohngegend gesehen. L.A. hab ich nicht mehr geschafft, aber ich bin bestimmt nicht das letzte Mal hier in der Gegend.... Morgen gehts dann nach Las Vegas.
Las Vegas (Nevada)
12.11.2010
So, erste Amtshandlung heute: Meinen SUV abholen. War zum Glück auch nicht der Nissan XTerra, sondern was vernünftig großes... Ein Ford Explorer. Damit bin ich dann von Californien durch die Wüste Nevadas in Richtung Las Vegas gereist. Und zwischendrin war wirklich nichts... gar nichts. Wüste und ne große Autobahn, ähm eine Interstate, halt.
Ich will nicht lange drum herumreden: Wenn ich bis jetzt noch keine Reizüberflutung hatte (und die hatte ich), jetzt hab ich sie erst recht. Las Vegas ist einfach unbeschreiblich. Das kommt auch auf Bildern nicht zum Ausdruck. Der Wahnsinn! Aber eins nach dem anderen. Allein der Check-In in der Pyramide war schon ungewöhnlich: Ich hatte noch nie verschiedene Schalter mit zentraler Warteschlange wie beim Flughafen in einem Hotel. Das Zimmer im 17. Stock mit Blick nach draußen, war dann auch entsprechend luxoriös. Wie man leicht sieht, hätte ich auch noch Platz für 5 Ladies gehabt. Bewerbungen als Begleitung (sorry für die Diskriminierung, aber es dürfen sich aussschließlich Mädels bis 27 bewerben) für meinen nächsten Las Vegas Urlaub bitte als Kommentar hinterlassen. Im Hotel an sich waren 3 Starbucks, ein McDonald's, eine Titanic Ausstellung, die Körperwelten, noch ein paar Shows, Geschäfte (Klamotten, Souvenirs,...), Nachtclubs, und natürlich das Casino. Vom Unterhaltungswert her kann es glaube ich ein Hotel fast mit ganz Mecklenburg-Vorpommern aufnhemen ;-)
Als erstes gings zum Stratosphere Tower. Geile Aussicht und die Fahrgeschäfte mittelmäßig. Ich hab mich auf einer Rampe über den Rand hinausschießen lassen. Ok... Bisschen mulmiges Gefühl hat man ja, wenn man sich auf die Technik verlassen muss, aber wirklich "Thrill" war es nicht. Einige haben sich auch für 100$ von oben heruntergestürzt. Meine Ausrede war: zu teuer :-P Danach wars auch schon dunkel und ich hab mir die Füße wundgelaufen. Der "Strip" ist endlos! Mit dem Bus ist es höchst nervig, da er ewig im Stau steht, weil eine 6-spurige Straße einfach nicht für die ganzen Limos ausreicht (extrem ätzend ist es auch diese Straße zu Fuß zu überqueren, da nur alle 500m oder so ne Ampel kommt). Mit der Monorail ist es auch nicht besser. Die ist zwar zügig durch, hält aber hinterm Hotel, sodass man erstmal nen Kilometer durchs Casino rennen muss. Und wenn man dann einmal drinnen ist, ist man gefangen. Ausgangsschilder gibt es nicht. Ich habe ne Stunde von der Monorail-Haltestelle bis zu meinem Hotel gebraucht (also quasi durch zwei Casinos). Nie wieder! Also hab ich mir 3 Shows angesehen und hab mich gegen Mitternacht in "meinem" Casino niedergelassen. Die Shows sind echt gut gemacht, kommt auf nem Bild aber nicht rüber. Ich habe mir die Wassershow vom Bellagio, den Vulkanausbruch vom Mirage und die Sirenen von Treasure Island angeguckt. Danach noch ins Venetian - das ist echt ein Traum. Im Hotel ist Venedig nachgebildet, mit Kunsthimmel und echten Gondeln. Beeindruckend. Was auch gut gelungen ist, sind die Nachbildungen der Freiheitsstatue vorm "New York New York" und des Eiffelturms vorm "Paris". Bei Siegfried und Roy hab ich mich auf die Skupltur beschränkt, der Casino-Eingang war mir zu weit hinten - wie gesagt, man glaubt das nicht, man läuft sich tot. Gerade wenn man immer hin und wieder zurück muss, um die Shows abzugreifen.
Wie gesagt, danach bis um 4 Uhr morgens gezockt. Bin am Ende mit plus minus null rausgegangen. Ok mit 10$ Gewinn, weil ich als Neukunde einmal 30$ Chips für 20$ bekommen habe, aber rein vom Chipwert hab ich keinen Gewinn gemacht. Zwischendurch natürlich schon, aber dann will man ja mehr und verliert wieder alles :-D Ich kann ein gewisses Verlangen (nein, ich nenne es nicht Sucht) nach "nochmal probieren, beim nächsten Mal klappt es und ich bin reich" nicht ausschließen ;-)
Also, ich bin total beeindruckt, kann Las Vegas sehr empfehlen und muss sagen ein Tag ist zu wenig. Das Hotelzimmer hätt ich mir bei 2 Stunden Schlaf auch klemmen können, aber was solls (2/8 Stunden regulärer Schlaf * 1/6 Schlafmöglichkeiten ergibt eine Ausnutzung von 4%). Leider war die Bedienung (vor allem die Chinesen, ohne jetzt verallgemeinern zu wollen) sehr unfreundlich. Bei dem Trubel haben die das wohl einfach nicht nötig nett zu sein. Was auch etwas nervig war, waren die Heerscharen von Zettelverteilern, das war schon sehr aufdringlich was die sich geleistet haben. Da muss man sich ja regelrecht durchkämpfen. Ich hätte fast einem meinen Müll in die Hand gedrückt (fairer Tausch finde ich), konnte mich aber so gerade noch zusammenreißen. Aber im Ernst: Muss man mal erlebt haben. Ich denke die Stadt wird mich wiedersehen ;-)
Washington, D.C. / Arlington (Virginia)
13.11.2010
Heute gibts nicht viel zu erzählen. Die eine Tageshälfte bin ich geflogen, die andere hat die Zeitverschiebung gefressen. Die Security-Leute am Flughafen in Las Vegas waren sehr pampig und haben uns vollgemault weil wir erst einen Tisch zum Sachen ablegen benutzt haben, der "geschlossen" war und wir uns dann in der Schlange auf den Sicherheitscheck vorbereiten haben. Auch das war falsch und die Alte ermahnte uns erst die Körbchen zu füllen, wenn wir dran sind. Ist das erste Mal, dass ich sowas höre. Sonst stehen sogar überall Hinweisschilder, dass man seine Sachen schon in der Schlange ausziehen soll, damit es schneller geht... Als ich dann dran war, ging es nicht weiter, da der Koffer vom Vordermann nicht weit genug nach vorne geschoben war, sodass er nicht vom Laufband transportiert wurde. Da fasst auch kein Angestellter an. Stattdessen fragt die Alte mich, wem der Koffer gehört... Na dem vor mir. "Hmm, was machen wir denn jetzt?" fragt sie mich. "Ok, let's make a deal". Nun sollte ich meine Sachen nach vorne schieben und ja nicht den fremden Koffer berühren, und somit indirekt den fremden Koffer nach vorne schieben, sodass er vom Laufband erfasst wird. Extrem merkwürdig... Naja, Hintergrund ist, dass ich etwas spät dran war und es eilig hatte^^ Ich hatte morgens nicht wirklich gerafft, dass das Klingeln des Weckers bedeutet, dass man aufstehen muss. Kennt ihr das, wenn man so müde ist, dass man das nicht mehr peilt? Egal, hat ja alles geklappt. In Phoenix hatte ich Zwischenstop und ich muss sagen bei Inlandsflügen sind die Amis echt lasch. Den ganzen Terz machen die nur wenn man von draußen kommt. Interessant war die Landung in Washington. Erst wurde uns wegen Terrorgefahr und angeblicher "Alarmstufe orange" eine Stunde vor Landung verboten auf Klo zu gehen bzw. die Plätze zu verlassen oder das Handgepäck zu berühren. Dann gab es einen Landeanflug im Zick-Zack über die Stadt mit extrem steilen Kurven. Es müssen alle wichtigen Gebäude umflogen werden (der Flughafen ist recht nah an der Stadt) und die Luftraumsperrungen exakt eingehalten werden (was zu einer steilen Landung führt), ansonsten hat man ein paar Militärjets an der Backe. Interessant ist auch, dass man von oben in der Stadt lauter Leuchtmarkierungen mit Pfeilen für den Piloten sieht, damit er weiß wo er langfliegen muss, um nicht abgeschossen zu werden. Generell werden bis auf ein paar Ausnahmen am Tag auch keine Langstreckenflüge nach Washington erlaubt (wir waren so eine Ausnahme). Internationale Flüge sind komplett verboten. Die Passgierdaten werden einen Tag vorher an die Regierung übermittelt, etc... Der Vorteil ist: So einen interessanten Landeanflug hatte ich noch nie...
Abends war ich dann beim Italiener mit Live-Musik, man muss ja seinem Hotelzimmer entsprechend leben: hab schon wieder ein Double-Queensize-Zimmer mit diesmal sogar 8 Kopfkissen :-D Eigentlich könnt ich das zweite Bett untervermieten ;-) Angeblich hat das Hotel 2,5 Sterne. Das in L.A. hatte 2 und war schätzungsweise 3 Klassen schlechter. Irgendwie versteh ich das mit den Sternen nicht, egal.
14.11.2010
Heute ging dann von meinem Hotel in Crystal City in Arlington (japp, ich bin gar nicht in Washington) mit der Metro eine Station weiter zum Pentagon. Ich war etwas überrascht wie wenig Sicherheitsmaßnahmen es da gab (ok, es ist Sonntag, da arbeitet dort eh keiner), da hätte ich von den Amis mehr erwartet. Ist halt einfach ein Zaun drumherum. Ok, Abhöranlagen (die lauschen echt auf dem Fußweg mit), Videoüberwachung etc. Und lauter Wachhäuschen. Mit dem Auto hat man keine Chance, aber als Fußgänger kommt man doch recht nah ran. Außerdem ist die U-Bahn-Haltestelle mehr oder weniger direkt unter dem Pentagon und ich glaub nicht, dass die als Bunker ausgelegt ist. Fotografieren durfte man nicht, was auch von Beamten überwacht wurde. Deshalb hab ich auch nur das Pentagon Memorial in Gedenken an den 11. September fotografiert. Ooops, da ist ja zufällig das Pentagon im Hintergund zu sehen...
Danach gings dann wieder eine Metrostation weiter zum "Arlington National Cemetery". Die Größe ist schon echt beeindruckend. Daher hab ich auch nur kurz das Kennedy Grab besucht und bin dann weiter. Hatte ja nur einen Tag für Washington... also die Stadt jetzt ;-)
Wers noch nicht gemerkt hat: Die Stadt wurde nach dem Präsidenten benannt und komplett geplant. Frei nach dem Motto "wir brauchen ne geile Hauptstadt, macht mal was". Und das ist auch gelungen würde ich sagen. Also zu Fuß über die Memorial Bridge zum Lincoln Denkmal, von wo aus man auch den kuriosen Landeanflug, den ich gestern beschrieben habe, beoachten konnte.
Echt interessant. Und die Flugzeuge kommen gefährlich nah ans Weiße Haus ran finde ich. Also so schnell ist auch kein Jet da. Und wenn die tatsächlich Raketen da haben, dann kracht das Flugzeug mitten in die Innenstadt. Auch nicht so toll. Aber ich war ja grad beim Lincoln Memorial. Das Denkmal ist echt gut gelungen. Zufällig startete auch gerade eine Führung, wo einem allerhand erzählt wurde in Bezug auf die Interpretation des Denkmals. Schon interessant. Lustig auch, dass es in einer der eingemeißelten Reden einen Rechtschreibfehler gab. Wenn man genau hinguckt, kann man die Korrektur sehen. Die Statue innerhalb des Denkmals ist extrem genau und beeindruckend. Respekt vor dem Künstler, der das hingekriegt hat. Danach bin ich dann weiter in Richtung World War II Memorial und Washington Memorial gegangen (die ganzen Memorials rechts und links daneben hab ich aus Zeitgründen ausgelassen).
Momentan sind noch weitere in Planung. Der ganze Stadtteil ist ein großer Park, der nur den Zweck hat Memorials aufzunehmen. Wie gesagt, die Stadt wurde geplant. Dann gings zum Weißen Haus, das man nur aus relativ großer Entfernung betrachten konnte. Also schnell ein paar Fotos gemacht und weiter über die National Mall entlang lauter Museen zum Capitol, meinem Highlight der Stadt. Das Gebäude ist echt phantastisch.
Insgesamt sind in dem ganzen Bereich lauter wunderschöne Gebäude zu sehen. Auch aktuelle Gebäude werden im alten Stil gebaut. So wirkt Washington meiner Meinung nach sehr europäisch. Es gibt auch keine Hochhäuser, ich hab kaum Penner gesehen (das musste jetzt sein), der Bahnhof ist ein Traum, das alte Postgebäude ist umwerfend und überhaupt wirkt alles sehr sauber und aufgeräumt. Also ich bin sehr beeindruckt und finde es etwas schade, dass ich nur einen Tag für Washington geplant habe. Das hätte ich nicht erwartet. Nach der National Mall hab ich dann wie gesagt einen Abstecher zur Union Station gemacht und mir auch das FBI Hauptquartier angeguckt.
Danach bin ich dann noch ins "National Air and Space Museum" (staatliche Museen sind hier wie auch im UK kostenlos) gegangen. Sehr interessant, vor allem die Spaceshuttles und Flugzeugcockpits. Aber die 1,5 Stunden die ich mir dafür reserviert hatte waren eindeutig zu knapp. Hätte gerne noch nen Flug in so einem Flugsimulator gemacht. Danach wars dann dunkel, die Geschäfte hatten zu (Sonntag. Ich sag ja es ist europäisch), also bin ich wieder zum Hotel und hab bei "Ted's Montana Grill" einen superleckeren Burger gegessen. Mc Donald's und Burger King können da echt einpacken. Ok, Restaurant vs. Fastfoodkette ist auch ein unfairer Vergleich.
Also mir hat es hier gut gefallen und ich hab auch noch einige Sehenswürdigkeiten bzw. Stadtteile und Museen offen. Nächstes Mal... Zum Abschluss gehts jetzt nach New York, da weiß ich aber nicht ob ich Internet habe. Aber die Bilder reiche ich auf jeden Fall nach...
New York
15.11.
New York! Erster Eindruck: stressig, laut, bunt, actionreich, lebendig, stinkend :-D Am Flughafen hatten die noch nicht mal Übersichtsanzeigen wo man ablesen konnte, an welchem Gepäckband die Koffer ankommen und letztendlich kam der Koffer an einem Gepäckband an, wo vier andere Flüge abgefertigt wurden. Komisch. Naja, ich schiebs mal dadrauf dass es ein Regionalflug war und wir bestimmt in so einer Uraltecke vom JFK Airport angekommen sind. Also ab in die SkyTrain und dann in die U- Bahn. Letztere ist sehr alt, laut und einfach nur eklig. Als sie gebaut wurde, war sie wohl die Ausnahme schlechthin und das modernste Nahverkehrssystem in der Welt. Aber auf dem Stand sind die geblieben. Also es sind jedenfalls alte Bahnen und überall (selbst in der Bahn manchmal) stinkt es nach Urin. Rolltreppen sind sehr selten vorhanden und wenn doch, dann sind die außer Betrieb. Naja, weils so schön ist hab ich mir also erstmal ein Wochenticket für die U-Bahn gekauft :-D Problematisch ist, dass man das auf einer Pappkarte mit Magnetstreifen bekommt. Diese sind extrem unzuverlässig und so muss man schonmal 10 Mal probieren ehe die Schranke aufgeht. Und mit Gepäck ist das gar nicht so leicht da durch zu kommen (die Durchgänge sind so konzipiert, dass das nicht gehen soll). Man muss also alleine durch und dann akrobatisch genug veranlagt sein, um über die Anlage hinweg zu greifen und seinen Koffer rüberzuheben. Gut wenn man eine Station hat, wo die Durchgänge nicht kopfhoch sind.
Als ich dann im Hotel war, hab ich festgestellt, dass Sterne keinerlei Aussagekraft haben. Das Ding hier ist ne Bruchbude, das Bad ist eklig, das Licht flackert unregelmäßig, meine Nachbarin ist mit ihrem Kind übefordert und brüllt nur rum, das Bett quietscht (diesmal meins, aber ohne körperliche Betätigung) und Internet ist kostenpflichtig. Was ich gar nicht einsehe, da das hier das teuerste Zimmer der ganzen Reise ist (teurer als mein Luxushotel in Las Vegas).
Da es bei meiner Ankunft schon leicht dämmrig war, bin ich dann über den Broadway zum Times Square spaziert. Das ist schon echt beeindruckend und ehrlich gesagt: Da sieht selbst Las Vegas blass aus (also rein von den Lichtern her). Was die hier an Riesendisplays hingebaut haben ist der Wahnsinn! So der Wahnsinn, dass ich aufpassen musste nicht laut zu lachen. Echt verrückt! Wenn nicht gar krank. Aber geil.
Als sich der Tag dem Ende entgegen neigte, dachte ich mir, mach ich mal was Entspannendes und geh ins Kino. Also bei der Touristeninfo gefragt und die Antwort bekommen 1./2. Straße, 6./7. Avenue. Ganz schön weit weg. Fands etwas komisch, dass es auf dem Broadway kein Kino geben soll, aber was solls. Also hingefahren und verlaufen. Denn aufeinmal gab es Straßen mit Namen und danach hat man wieder weitergezählt, oder es gab Straßen die nicht gerade verlaufen sind, oder es gab sich kreuzende Straßen (was normalerweise gar nicht geht). Und wer schonmal einen Stadtplan von NY in der Hand gehabt hat, weiß dass der aufgrund der Größe der Stadt recht minimalistisch ist. Naja, hab dann festgestellt, dass es die 1./2. Straße an der 6. Avenue gar nicht gibt. War dann schon um acht und da hätte der Film eh schon angefangen. Also bin ich am Washington Square gleich was essen gegangen. Hinter mir (ich saß am Fenster Richtung Hof) hat es immer wieder zwischen Fenster und Rolladen geraschelt. Das müssen Ratten gewesen sein. Ich wollte noch nachgucken, aber da kam ein schuler Schwarzer rein und meinte "oh, what have we here?" also bin ich schnell weg. Hab dann noch einen Stadtguide gefunden wo auch die Kinos aufgelistet waren, und es war keins in jeder erdenklichen Kombination drin (Auch nicht 6./7. Straße, 1./2. Avenue). Jedenfalls ist dieses Straßensystem extrem verwirrend finde ich. Auch wenn es so logisch scheint. Aber wenn zwischendurch immer mal Straßen fehlen ist das doof. Und ich biege grundsätzlich falsch ab und stelle fest, dass die Zahlen hoch und nicht runter gehen. Also wieder 2 Blöcke zurücklaufen. Und an jeder U-Bahn-Haltestelle muss man sich zwischen zig Ausgängen mit unterschiedlichen Himmelsrichtungskombinationen entscheiden. Wenn man sich falsch entscheidet, geht man halt mal wieder 3 Straßen zurück die man unterirdisch erstmal hingegangen ist (was man hier an Zeit in U-Bahn- Haltestellen verbingen kann....).
Also: New York ist gigantisch. Der Times Square sehr sehr beeindruckend. Aber es ist auch stressig (also voll und hektisch) und sobald man in die U-Bahn muss (und man muss), wirds oft eklig. Mal sehen was die nächsten Tage bringen. Allerdings gibts erstaunlich wenig Penner. Oder das liegt daran, dass die hier ihre eigenen Stadtteile haben ;-) Oder weil die Polizei sie wegjagt (hier gibts massig Polizei).
16.11.
Heute war also mein erster vollständiger Tag in New York und meine im Voraus gebuchte Freiheitsstatue-Tour stand an. Leider war es bewölkt und hat auch etwas genieselt (wie immer, wenn ich was im Vorhinein buche). Auf die Krone durfte ich nicht, dazu hätte ich ein halbes Jahr vorher buchen müssen. Ich hab aber erst einen Monat vorher gebucht und durfte daher wenigstens auf das Podest und ins Museum. Aber das war auch sehr interessant und hat sich trotz schlechtem Wetter gelohnt. Nur die Bilder von Manhattan sind leider sehr grau. Aber damit muss man im November halt rechnen. Da wieder eine Ranger-Tour angeboten wurde, bin ich um 12:00 zum Treffpunkt gegangen und war wieder mal der Einzige. Also gabs wieder eine Privattour, in der erzählt wurde, das in der Freiheitsstatue ein Eiffelturm drinsteckt - es ist die gleiche Konstruktion. Eigentlich ist es sogar das Vorgängerwerk von Eiffel. Dieser wurde von dem Künstler zu Rate gezogen, da er Probleme mit Gewicht und Statik hatte. Das Gesicht der Freiheitsstatue stellt übrigens die Mutter des Künstlers dar.
Interessant ist auch, dass die USA die Statue erst gar nicht annehmen wollten. Sie konnten damit nichts anfangen, das Ding erfüllt keine Funktion. Bis dahin wurden in den USA Brücken oder andere wichtige Bauwerke mit prominenten Namen geschmückt. Aber einfach eine Figur irgendwo hinzustellen, sowas gab es nicht. Außerdem mochten und mögen die Amis die Franzosen sowieso nicht so richtig. Naja, das Geschenk hat man dann ja doch angenommen, aber so modifiziert, dass es als Leuchtturm diente. Das hat jedoch dazu geführt, dass Wasser in die Flamme eindrang und dieses die zwei verwendeten Metalle zum Reagieren gebracht hatte. Jedenfalls ist das Ding fast auseinandergefallen, sodass man eine neue Flamme bauen musste. Diesmal so, wie es vorgesehen war. Inzwischen wurde die Statue von der Bevölkerung akzeptiert und sie wurde auch nicht mehr mit Frankreich sondern mit den Immigranten in Verbindung gesetzt (als Willkommensgruß quasi). Aber ich will hier jetzt keinen Roman schreiben.
Bin dann also anschließend nach Ellis Island weiter, wo ich mich wieder für die Ranger Tour interessiert habe. Also wieder schön gewartet. Leider kam ne Schulklasse und ich war wieder mal der einzige Erwachsene, also hat man mich auf die nächste Tour vertröstet und mir in der Zwischenzeit angeboten einen halbstündigen Film zu sehen. Blöd ist nur, dass die Amis anders rechnen. Als Europäer nimmt man an: Anfangszeit + Dauer = Endzeit. Hier wird vor dem Film noch eine 15-minütige Chance eingeräumt Fragen zur Insel zu stellen, bevor der Film los geht. Wenn keiner Fragen hat, lässt sich der Filmstart auch nicht vorziehen... Jedenfalls hab ich dadurch die nächste Rangertour auch verpasst und bin dann wieder ans Festland zurück. Dort wurde es schon langsam dunkel. Die Tage sind schon verdammt kurz. Von 10 - 15 hat man Sonnenschein, ab 17 Uhr ist definitiv Feierabend. Naja, hab mir also noch die Wallstreet, den New York Stock Exchange, die Trinity Church, den Battery-Park und die Baustelle am World Trade Center angeguckt. Die Bauindustrie scheint zu boomen ;-) Also die Baustelle ist riesig, aber da sieht man auch mal was für eine Masse da zerstört wurde. Wahnsinn! Nebenbei hab ich auch noch die Feuerwache neben dem WTC gesehen. Das sind bestimmt die, die damals als erstes vor Ort waren. Wenn so ein Löschzug ausrückt, ist das schon echt beeindruckend. Die machen ganz schön Action! Und hinten weht natürlich an jedem Fahrzeug die amerikanische Flagge. Die einzelnen Teams haben übrigens auch Namen, wie z.B. die "Wall Street Bulls".
Dass man Ampeln generell nicht beachtet, dürfte dem geübten Touristen außerhalb von Deutschland schon aufgefallen sein. Die Polizei ermuntert einen sogar dazu bei rot zu gehen. An gefährlichen Kreuzungen steht dann ein Schild über der Ampel "Wait for Walk Signal" (da muss man dann mal nach rechts und links gucken beim über die Straße gehen), wenns noch gefährlicher ist, gibts "Traffic Officer" - die halten den Verkehr einfach an, wenn Leute bei rot rübergehen. Und an noch gefährlicheren Kreuzungen gibt es Sicherheitsbeamte, die den Fußweg mit einer Kette absperren, wenn sie meinen die Autos dürfen mal wieder fahren. Achja, das Ganze übrigens obwohl es Ampeln gibt. Die Kettenabsperrungen stehen aber in keinerlei Beziehung zu diesen. Ergo: Ampeln haben hier keine, aber auch gar keine Bedeutung! Man könnte es so einfach haben, wenn man dem US-Bürger einfach einen Hinweis geben würde und unter jede Ampel "it's the law" schreiben würde. Jedenfalls machen die in Washington so was ähnliches: Unter jedem (ok, fast jedem) Verbotsschild steht "it's the law" und auch noch aus welchem Gesetzbuch. Z.B. beim Essen und Trinken in der Bahn, oder wenn man laut Musik hört etc... Sowas kostet bis zu 400$ und 48h Sozialarbeit. Bei rot über die Ampel gehen (und auch fahren) scheint aber ok zu sein. Verrückt. Lustigerweise pocht dabei jeder auf sein Recht, gerade die Fußgänger. Die halt bei rot gehen und wenn sich ein Autofahrer erdreistet bei rot zu fahren laut rumbrüllen ("go get away you fuckin' asshole").
Da der Tag noch nicht zu Ende war, aber man nichts mehr sehen konnte, bin ich spontan zum Ticketshop und hab mir ne Musicalkarte für den halben Preis geholt. Naja... halber Preis. Ist wohl wahr, aber von Preisklasse 1. Also hab ich quasi den vollen Preis bezahlt, also wenn man es mit meiner regulären Preisklasse vergleicht die ich sonst nehmen würde ;-) Damit war es sogar teurer als ein normalpreisiges Balkonticket. Aber es scheint echt so, dass die billigen Preisklassen ausverkauft sind und man sehr kurzfristig dann die teuren zum halben Preis bekommt. Woran das wohl liegt? ;-) Naja, jedenfalls ist es die bekannte "West Side Story" geworden und ich saß im Parkett im hinterem Drittel. War unterhaltsam, aber nicht weltbewegend. Aber nachdem ich Phantom der Oper gesehen habe, hats jedes Musical schwer. Das ist nicht leicht zu toppen. Die Story ist (fast) die von Romeo und Julia. Dürfte also bekannt sein. Aber war ein schöner Abend.
17.11.
Ich hab in meinem Prachthotel übrigens auch kein Frühstück, also muss man sich selbst kümmern. Das ist in etwa so schwer wie in der Wall Street ne Bank zu finden. Also erhöhter Schwierigkeitsgrad (man glaubt es nicht): in der Wall Street sind Verwaltungsgebäude oder welche wo man nur mit Termin reinkommt, aber keine Geldautomaten, jedenfalls nicht viele. Und um aufs Frühstück zurückzukommen: Die Amis kennen ja keine Bäcker. Ab und zu gibts mal einen Frühstücksladen bzw. Cafés, aber da muss man auch erstmal wissen wo. Und da ich ja hier kein Internet hab..... Analoges suchen ist so mühselig :-D
Heute hat mich dann die Faulheit ereilt. Keine rechte Lust auf nichts. Drei Wochen volles Programm sind etwas heftig, so langsam ist der Akku bzw. "ich muss mir alles angucken"-Pegel runter. Bin also zum UN Hauptquartier gefahren und zum Madison Square Garden (beides sowas von unspektakulär). Dann noch zur Grand Central Station (schicker Bahnhof von innen, aber sobald man zu den Gleisen kommt, gleicht es den U-Bahn-Stationen, was daran liegen mag, dass der Bahnhof unterirdisch ist. Das ist allerdings schon wieder beeindruckend). Danach bin ich dann noch am Chrysler Building vorbei (echt hübsch) und bin zum Rockefeller Center, wo man auch hochfahren kann. Allerdings zum gleichen Preis wie beim Empire State Buildung, und da scheint mir letzteres doch prestigeträchtiger. Anschließend bin ich noch zur Brooklyn Bridge und zur City Hall. Hat sich beides gelohnt! Achja, zwischendurch noch kurz einen Flugzeugträger (die USS Intrepid - ist inzwischen ein Museum) und auch das Flat Iron Building fotografiert.
Da es dann schon wieder dunkel wurde, hab ich in Little Italy ne Pizza gegessen (teure Touristenabzocke) und hab das Kino gesucht, dass Broadway im Straßennamen hatte. Es war am Union Square und hieß "Regal". Dort hab ich mir "Unstoppable" angeguckt. Unterhaltsamer Film ohne Anspruch. Aber ich mag Denzel Washington, von daher hat es sich gelohnt. Hatte mich erst neben einen Kerl gesetzt, der - wie ich schnell mitgekriegt habe - noch vom vorherigen Film übrig geblieben ist. Jedenfalls hing ihm ein 5 cm langer Sabberfaden mit 1 cm Durchmesser, der irgendwie auch schon so verklumpt und fest aussah, aus dem Mund. Hab ich also schleunigst umgesetzt :-D (Wie auch im UK ist in den USA im Kino freie Platzwahl) Beim Rausgehen wurde mir übrigens klar, warum die Schlange an der Kasse so kurz war: Um die Ecke standen 10 Automaten, wo man sich sein Ticket selbst drucken konnte...
Bin nach dem Film nochmal zum Times Square. Jetzt ratet mal was ich dort in einer Seitenstraße gesehen habe... Ein großes Schild mit dem Schriftzug "Regal", was - wie ich jetzt weiß - das Kino ist. Und gegenüber war gleich noch eins. Und es war tatsächlich zwischen der 6. und 7. Avenue. Aber halt nicht in der 1./2. sondern 41./42. Straße... Das "forty" wurde wohl etwas verschluckt oder zu einem langen f: "ffffirst and second". Also hat der Mann bei der Auskunft mich doch nicht verarscht. Aber es ist durchaus nicht so leicht eine Vierer-Zahlenkombination zu verstehen und sie sich auch noch zu merken ;-) So, und jetzt kauf ich wohl doch mal ne Stunde Internet, um euch auf den neusten Stand zu bringen. So, wer weiß, wer der Mann auf dem letzten Foto ist: Bitte Kommentar schreiben :-P Ein Tipp: Es ist ein Schauspieler...
18.11.2010
Heute war also der letzte (volle) Tag in New York. Da für heute Sonnenschein versprochen war (naja, es war bedeckt, aber hat nicht geregnet) bin ich aufs Empire State Building hoch. Schöne Aussicht von da oben, aber die Kamera hatte Probleme in der grauen Suppe scharfe Fotos hinzubekommen. War aber schön, kann ich nur empfehlen. Wobei mir der Aufzug im Vergleich zum MainTower in Frankfurt oder auch zum Stratosphere Tower in Las Vegas langsamer vorkam, aber das kann auch täuschen.
Danach bin ich dann von Norden aus durch den ganzen Central Park gewandert und hab mir natürlich auch den Obelisken (jetzt hab ich alle drei gesehen: Paris, London, New York) - die Nadel der Kleopatra - angesehen, der hier in New York etwas verwahrlost aussieht und auch nicht so einen prominenten Platz bekommen hat. Steht hier halt einfach im Wald. Wie gesagt, die Amerikaner können mit Sachen, die keine Funktion haben nichts anfangen ;-) Der Obelisk war ja auch ein Geschenk. Der Central Park kann jedoch nicht mit dem Golden Gate Park in San Francisco und erst recht nicht mit dem Stanley Park in Vancouver mithalten. Alle drei haben in etwa die gleiche Größe, aber der Central Park ist mehr ein (zugegebenermaßen riesiger) Fußweg mit Bäumen an der Seite. Richtig eintauchen in die Natur kann man nicht, es führen lauter Straßen durch und man sieht IMMER die Stadt (sind halt Hochhäuser). Aber trotzdem schön, dass es sowas mitten in New York gibt. Wenigstens ein Ort wo man von den Abgasen nicht ganz so viel merkt. In der Stadt ist das manchmal echt heftig. Das Foto der Bethesda Fountain für Christin hab ich natürlich auch nicht vergessen :-P
Für abends hab ich mal wieder Geld investiert (fragt nicht... das ist echt teuer hier) und hab mir ein Theaterstück am Broadway angeguckt. Mit dem Mann vom Foto von gestern in der Hauptrolle - hab mir natürlich nachher ein Autogramm besorgt.
So, viel mehr gibts nicht zu erzählen. Der Tag ist schon rum... Also dann bis morgen (bzw. übermorgen... die Zeitverschiebung...), da gibts dann das Fazit der Reise ;-) Jetzt muss ich erstmal den Koffer umorganisieren... Gute Nacht!
19.11.2010 / 20.11.2010
So, heute (vorgestern) ging es also zurück. Also morgens nach der Check-Out Zeit gefragt (ja, frühzeitiger Einfall) und dann erfahren, dass ich um 12:00 raus muss. Also den Koffer deponieren lassen und noch bis um 15 Uhr durch die Stadt gegangen. Mein Flug ging ja erst abends. Also ab ins "Macy's". Dem angeblich größten Kaufhaus der Welt. Und ja, das Ding ist groß. Aber eher für den normalen Bürger, nicht so edel wie z.B. das Harrods. Allerdings gibt es fast ausschließlich Klamotten hatte ich den Eindruck, also kein richtiges Kaufhaus in dem Sinne. Aber halt riesig. Und mit uralten Holz-Rolltreppen: Genial! Und vor dem Kaufhaus gibt es die berühmten Weihnachts-Schaufenster. Hier wurden aus Papier lauter Figuren und Häuser etc. gebastelt, die sich bewegen. Dazu wird eine weihnachtliche Geschichte erzählt. Jedes Schaufenster ist eine Szene, sodass man immer weiter gehen muss. Echt cool gemacht!
Naja, irgendwann gings dann zum Flughafen (nachdem ich aus der vermeintlich falschen U-Bahn ausgestiegen bin, die aber die richtige war, nur falsch beschriftet). Am Flughafen selbst hieß es dann erstmal warten. Sicherheitskontrollen waren ganz normal und Nacktscanner etc. hatten sie auch nicht. Diesmal war ich übrigens auf einem wesentlich moderneren Teil des Flughafens. Terminal 7. Also noch das letzte Geld in Nahrungsmittel investiert und dann irgendwann ab in den Flieger. Diesmal war es eine Boeing 777 (Triple Seven). Also nur ein-etagig und auch nur 9 Sitze in einer Reihe. Dafür hatte ich das Gefühl etwas mehr Platz zu haben als beim Hinflug, kann aber auch Einbildung gewesen sein. Übrigens sollte man rückenlehnenverstellbare Sitze verbieten, das ist echt nervig! Naja, zwei Filme auf dem Flug geguckt (einer hatte eine kurze Szene, wo die nicht funktionierenden Magnetstreifentickets der New Yorker U-Bahn parodiert wurden. Mein persönlicher Lachhöhepunkt des Abends), etwas geschlafen und gegessen... Der Flug verlief reibunglos und so waren wir auch 15 Minuten "ahead of schedule". Naja, was dazu führte, dass kein Gate mit Gangway frei war und wir mit dem Bus über halb Heathrow kutschiert worden sind. Die eine Stunde Aufenthalt reichte also nicht aus, um meinen Anschlussflug zu kriegen und die Londoner haben das auch so toll geplant, dass man erneut durch die Sicherheitskontrolle musste und in der gleichen Schlange stand wie all die anderen, die zu ihrem ersten Flug wollten. Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben. Aber hätte auch mit Gangway nicht geklappt. Einfach falsch geplant. Naja, also neues Ticket bekommen und einen 5 Pfund Gutschein als Entschädigung. Hatt dann für ein Baguette und ein Kaltgetränk gereicht. Also Ausschau nach dem richtigen Gate gehalten, für meinen neuen Flug, der also in 3 Stunden kommen sollte. Das Gate stand noch nicht dran, sondern nur der dezente Hinweis, dass die Gatezuordnung erst 50 Minuten vor Abflug bekannt gegeben wird. Also ab in den Massenwarteraum. Nach aufmerksamem Lesen der Hinweisschilder, war ich dann etwas verwirrt: Es dauert 20 Minuten um bis zum Gate zu kommen (je nachdem wo man ist), das Gate schließt 20 Minuten vor Abflug. Ergo: Die Jungs haben 10 Minuten Zeit zum Boarden. Das kann doch nicht klappen. Denn es ist ja auch so, dass in dem großen Warteraum nur Final Calls gemacht werden (die gar keinen Sinn ergeben, wenn man 20 Minuten bis zum Gate braucht). Die Ansagen von neuen Gatezuordnungen erfolgen nicht. Das heißt man muss permanent auf den Bildschirm gucken. Das Problem ist nur, man schläft ein, wenn es mitten in der Nacht ist und man am Warten ist.... Aber ich bin rechtzeitig aufgewacht und es hat alles geklappt. Nur, dass der Flug mit 30 Minuten Verspätung losgekommen ist... Logisch, Boarding in 10 Minuten kann ja auch nicht klappen. Aber mich fragt ja keiner :-D
Also mit 3,5h Verspätung in Hamburg angekommen, wo ich dann schön Schienenersatzverkehr fahren durfte und mich darüber gewundert hab, dass man wissen muss, welcher Stadtteil in welcher Himmelsrichtung liegt. Die Angabe "Hauptbahnhof" hätte auch mal Sinn ergeben. Aber egal, hat ja geklappt. So ganz ortsfremd bin ich ja nicht.
Komischerweise ist mein ausgeschaltetes Handy nach jedem Flug leer. So auch diesmal... Also auf dem Bahnhof meinen Koffer aufgemacht, um europäisches Hartgeld für einen original deutschen Münzfernsprecher zu bekommen. Zum Glück hab ich meine restlichen Eurobestände zügig (man beachte die Auswahl dieses Adjektivs in Bezug auf die gegenwärtige Örtlichkeit der dargestellten Szene) gefunden. So konnte ich dann auch meine Eltern anrufen, um in Schwerin abgeholt zu werden. Langer Tag, anstrengende Reise, endlich zu Hause.... oder leider schon? Von beidem etwas. So, das Fazit steht noch aus: gibts morgen. Jetzt gehts ins Bett, die Arbeit ruft morgen wieder ;-)
Fazit
So, jetzt hats doch ein paar Tage länger gedauert, bis ich zum Fazit komme. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so, wenn man die Eindrücke etwas aus der Distanz betrachten kann. Kurz gesagt: Es war eine tolle und vor allem sehr interessante und abwechslungsreiche Reise. Die dritte Woche war für eine reine Städtereise aber etwas zu viel - sprich absolute Reizüberflutung und auch etwas Kraft- und Lustlosigkeit.
Die schönste Stadt ist meiner Meinung nach San Francisco (abgesehen von Downtown). Golden Gate Bridge, Golden Gate Park, die Marina, die Cable Cars, Fisherman's Wharf - einfach nur schön. Auf dem zweiten Platz ist das sehr europäisch wirkende Washington, wobei ich da auch nur einen Tag war und nicht den Rest der Stadt beurteilen kann. Das Gebiet rund um die Mall ist aber toll. New York ist Leben pur! Die Hochhäuser sind schon beeindruckend, ebenso wie die Lichter am Times Square. Gleichzeitig fühlt man eine unglaubliche Hektik und einen großen Stress in der Stadt. Langweilig wirds hier nicht. Mir persönlich ist das aber etwas zu viel. In Los Angeles kann ich auch nur einige Stadtteile/Vororte beurteilen. Hollywood ist schön, aber ich hab es mir noch spektakulärer vorgestellt. Beverly Hills wirkt sehr reich und Santa Monica ist ebenfalls schön, aber auch sehr touristisch geprägt. Las Vegas tanzt etwas aus der Reihe: Es ist einfach nur der Wahnsinn, aber halt eine Partystadt und nichts zum Leben. In Vancouver ist die Stadt recht schlicht, aber die Natur der Wahnsinn. Auch hat Vancouver den schönsten Park zu bieten.
Insgesamt fällt auf, dass die Amis einen noch größeren Schilderwald als Deutschland und Gesetze ohne Ende haben. So wird darauf hingewiesen, dass Türen aufgehen können, dass man Müll nicht auf die Straße werfen darf, dass man Eier nicht in der Mikrowelle aufwärmen soll, dass man sich nach dem Toilettenbesuch die Hände waschen soll, dass Kaffee heiß ist,... Das Ganze wird kombiniert mit den entsprechenden Strafen und Paragraphen. So wird das Belegen eines Seniorenplatzes in der U-Bahn mit einer Geldstrafe und Sozialarbeit geahndet. Auf den Fragebogen bei der Einreise in die USA muss ich ja nicht weiter eingehen.
Eine wichtige Erkenntnis: Es gibt echt wunderschöne Stadtteile in den amerikanischen Großstädten. Downtown ist aber ein Garant für Hässlichkeit und Penner (außer vielleicht in New York). Also niemals ein Hotel in der Innenstadt buchen, sondern lieber in einem schönen Stadtteil mit guter Nahverkehrsanbindung.
Auf der anderen Seite waren viele Amerikaner aber sehr kommunikativ und freundlich, gerade die ältere Generation. Essenstechnisch gibts hier wesentlich bessere Burger als bei McDonald's und Burger King; trotzdem sind diese "Restaurants" immer voll. Also obwohl man besseres kennt und Alternativen hat. Das Fliegen innerhalb der USA ist übrigens völlig unproblematisch. Wenn man einmal drinnen ist, sind die Sicherheitskontrollen sehr human.
Also: hat Spaß gemacht, wird wiederholt, kann ich jedem empfehlen! Was auf jeden Fall noch aussteht, ist das Erleben der phantastischen Natur - am besten zur einer schöneren Jahreszeit. Vielen Dank fürs Lesen :-)

Masamba wäre ja bei mir genau an der richtigen Adresse. Ich schätze, der hätte den Beruf gewechselt :)
Warte ab, bis du in New York bist. Da gibts tausende dampfende Gullideckel und noch mehr Hochhäuser ;)
— Thilo · 3.11.10
Hey :)
Das sieht super toll aus! Freu mich auch schon auf die weiteren Berichte. Liebe übrigens von deiner Wohnung und auch von Alex. Manno, ich will auch :p ;-) Hdl!
— Maren · 6.11.10
NEID!!!!!
Mach was schönes und schlafe kaum bis gar nicht, denn die Stadt ist einfach nur der Hammer. Genieße es!!
NEID!!!!!
— Thilo · 8.11.10
Markus: “Wer schonmal auf einem Filmfestival war, weiß, dass da meist nur Mist kommt.”
nene, stimmt nicht! Ist abhängig vom festival! genieße deine zeit :)
— Maren · 11.11.10
Dann hab ich wohl nur immer Pech mit den Filmen gehabt. Sag bescheid, wenn mal in HH ein gutes Festival läuft. Ja, ich genieß die Zeit, ist auf jeden Fall cool hier!
— Markus · 12.11.10
Bewerbung
Hiermit bewerbe ich mich nächstes Mal mit nach Las Vegas zu fahren. Derzeitiges Alter: 21
Antwort bitte per e-mail
:p
— Maren · 14.11.10
Ich bewerbe mich trotzdem. Derzeitiges Alter: 28. Absagen werden nicht akzeptiert!!! Zur Not penn ich auch auf dem Flur!!! Antwort bitte an: mir egal.
— Thilo · 14.11.10
Hahaha, ich penn aber nicht mit dir im gleichen Bett. Das mit dem Flur solltest du dann mit der Hotelverwaltung klären, oder buchen wir ein ganzes Appartement? Cool. Ok, wer also nicht in die genannte Kategorie fällt, muss für min. eine teilnehmende Singlefrau sorgen, die in einem speziellen Casting von mir bestätigt werden muss ;-)
— Markus · 15.11.10
Freude Freude!! Vielen Dank für die Karte aus San Francisco :). Sehr geil…freue mich riesig :).
— Thilo · 15.11.10
hoffentlich kommt jetzt endlich dieser dritte versuch eines Kommentares mal an!
Ganz viel Neid Markus! Tolle Bild und cool Erlebnisse. Da wünscht man sich selbst da hin, um sich alles anzusehen! Genieß alles noch!!!
— Ines · 16.11.10
Wow, also ich bin nicht neidisch – warum auch? Denn ich gönne es dir Markus. Hab übrigens beide Postkarten erfolgreich bekommen :)
— Maren · 17.11.10
Also ich bin sehr neidisch und gönne es dir trotzdem von ganzem Herzen. Haben heute endlich die zweite (also eigentlich erste) Postkarte bekommen. Mach dir noch ein paar schöne Tage in NY. Bin gespannt auf mein Foto ;o) Drück Dich
— Christin · 17.11.10
Es ist Mr. Spock (Leonard Nimoy). Richtig?
— Thilo · 18.11.10
Ach Quatsch…ich meine natürlich Cpt. Jean-Luc Picard (Patrick Steward).
— Thilo · 18.11.10
Oh wie toll, wollte schon immer “West Side Story” sehen – wieder etwas, wo ich jedes Lied auswendig kenne – toll :) – find aber auch Phantom der Oper besser :p
— Maren · 18.11.10
Hey!
Auch bei mir ist gestern die Postkarte aus San Francisco angekommen. Vielen Dank dafür! Bin immer noch neidischen, aber hey, hast ja auch einiges dafür gemacht. ^^ Hoffentlich ist das Wetter bei Dir besser. ;-)
— Ines · 18.11.10
@Maren: Japp, Phantom der Oper hat mehr Ohrwürmer und ein besseres Bühnenbild, eine mitreißendere Story und mehr Action :-) West Side Story ist auch schön, aber halt wesentlich unspektakulärer und ruhiger.
@Thilo: Ganz genau! Patrick Stewart. Ich wusste dass du das weißt ;-) Hab nochmal ein Foto von heute (leider dunkel) danebengepackt.
@Ines: Ja, hab 2500 Euro in die Hand genommen, das hab ich gemacht :-P
— Markus · 19.11.10
Hey! Da freut man sich ja schon sehr auf die Bilder von Dir!!! Kanns kaum erwartet zu hören, was Du sonst noch so zu erzählen hast! ^^
— Ines · 19.11.10
Hi Markus,
bin durch Zufalls auf deine Seite gekommen und musste dann gleich deinen Report bis zum Ende lesen. War sehr fesselnd und interessant. Tolle Bilder.
Ich muss das unbedingt auch mal tun!!!
Achja, bin zwar minimal älter als 27 aber weiß ja keiner ;-)
— Nicole · 24.01.11